Bad News are Good News, oder?

Wieso wir das Schlechte gut finden und was das mit uns macht.

Wir alle wissen es. Schlechte Nachrichten und Schreckensmeldungen verkaufen sich besser als gute Nachrichten. Die Bild-Zeitung könnte ihre Millionen-Auflage nicht halten, wenn die Schlagzeile lauten würde: „Alles gut soweit“. Und in den sozialen Medien wird die Aufmerksamkeit von „Shit-Storms“ angezogen. Kennen wir dort überhaupt so etwas wie einen „Lobes-Sturm“?

Woran liegt es, dass wir Menschen den schlechten Neuigkeiten mehr Aufmerksamkeit schenken als positiven Meldungen?

Bild von Kostas Kouforgiorgos.de

Es gibt hierzu einen guten Ansatz aus der evolutionären Psychologie. Unsere Vorfahren aus der Steinzeit haben nur deshalb überlebt, weil sie ihre Aufmerksamkeit auf die Bedrohung gerichtet haben. Im Klartext: Hätten unsere ersten Vorfahren sich weiter vergnüglich mit den Blumen auf einer Lichtung beschäftigt, während im Gebüsch dahinter der Grizzly-Bär raschelt, hätte der Homo-Sapiens wohl nicht überlebt und wir wären heute gar nicht hier.

Nun könnte man natürlich sagen, dass der Bär heute ja keine wirkliche Bedrohung mehr für uns darstellt. Doch für unsere unbewusste Aufmerksamkeit spielt das keine Rolle. Unser Gehirn hat sich in den letzten 2000 Jahren nicht einfach an die neuen Technologien und unsere Art wie wir heute leben angepasst. Es hat nicht einfach alles ad acta gelegt, was es zuvor in 1,8 Millionen Jahren gelernt hat. Man könnte also auch sagen: „Wir laufen mit dem Gehirn eines Steinzeitmenschen und dem Smart-Phone in der Hand durchs Leben“.

Insofern ist es also eine gut eingerichtete Schutzfunktion, fest in unserem Gehirn verankert, dass wir zuerst auf die angstmachenden Meldungen (Grizzly-Bär) schauen und nicht auf die positiven Meldungen (Blümchen). So verwundert es dann nicht, dass die Medien uns das präsentieren, was wir eben auch mit größtmöglicher Sicherheit konsumieren werden.

Es ist eine Tatsache: Schreckensnachrichten verkaufen sich am besten. Denn je bedrohlicher eine Nachricht auf uns wirkt, desto mehr Aufmerksamkeit schenken wir ihr. Wir wollen diese Information, um uns vor der Bedrohung zu schützen.

Doch sich zu schützen, wird in unsere Zeit immer schwieriger. Warum das so ist?

Wenn der Steinzeitmensch sich in seiner Höhle bedroht fühlte, ist er einfach weggezogen. Unsere heutigen Probleme aber sind global. Somit können wir den großen Bedrohungen unserer Zeit kaum entkommen.

Was bedeutet das jetzt für uns? Wir lenken unsere Aufmerksamkeit auf Nachrichten, die sich bedrohlich für uns anfühlen. Als nächstes nehmen wir unsere eigene Machtlosigkeit wahr. Wir können nicht einfach in eine andere Höhle ziehen und damit der Bedrohung entkommen. Wir können auch als einzelnes Individuum nichts gegen globale Bedrohungen und Krisen ausrichten. Wir fühlen uns somit zu Recht ausgeliefert. Hinzu kommt der Wiederholungseffekt. Wir werden täglich mit den Schreckensmeldungen konfrontiert. Egal ob im Fernsehen, im Internet, in den Print-Medien – die Bedrohung ist allgegenwärtig. Und damit sie sich gut verkauft, wird sie mit entsprechend angsteinflößenden Worten und Bildern gerne auch noch künstlich dramatisiert.

Dies verändert unvermeidlich unser Gefühlsleben. Wir spüren Angst, Wut, Frust. Erst noch punktuell, im Laufe der Zeit als immerwährende Grundstimmung. Je mehr wir uns der Beschallung durch Bad News hingeben, desto schlimmer wird es.

Es wird also Zeit für Psycho-Hygiene. Tue deiner Seele etwas Gutes.

Gute Nachrichten berühren uns und heben unsere Stimmung!

Bild von AK-Kurier.de

 

Unter guten Nachrichten verstehen wir:

Nachrichten von Menschen, die Hand in Hand für eine Sache einstehen.

Aktionen, wo Menschen Gutes bewirken und ins Handeln gekommen sind.

Geschichten von Menschen denen Gutes widerfahren durfte und die etwas davon weitergegeben haben.

 

 

Diese Nachrichten erwärmen unser Herz, berühren unsere Seele und helfen uns zu einer positiven Grundstimmung. Wir können dies körperlich spüren. Wenn wir von einer positiven Mitteilung berührt sind, kommen wir wieder in einen guten Kontakt mit uns selbst. Wir nehmen uns wieder als Mensch wahr und gewinnen Vertrauen in uns selbst und in unsere Mitmenschen.

Es gibt diese guten Nachrichten. Sie werden nur nicht verbreitet, weil sie keine Auflage bringen und keine Umsätze machen. Man findet sie nicht so leicht, wie die Schreckensmeldungen. Sie werden uns nicht ständig präsentiert.

Wenn dir also gute Nachrichten begegnen oder dir selbst Gutes widerfährt, lass andere Menschen daran teilhaben. Lenke deine Aufmerksamkeit auf die schönen und guten Dinge des Lebens und trage diese auch hinaus.

Wir von der CTA wollen ebenfalls Schritte in diese Richtung machen. Deshalb suchen wir inzwischen aktiv nach guten Nachrichten und teilen diese in unseren Social-Media-Kanälen.

Wie kannst du vorgehen wenn dich die alltäglichen Meldungen runter ziehen, dir schlechte Laune machen oder sogar inzwischen zu einer negativen Grundstimmung bei dir führen:

Hier 4 Tipps, die du sofort umsetzen kannst:

Tipp 1. Blende die negativen Nachrichten nicht komplett aus. Manage aber die Informationen.

Wir kennen das. Eine Schreckensmeldung kommt auf und schon geht sich durch alle Kanäle. Für uns bedeutet dies, dass wir die gleiche Meldung immer wieder präsentiert bekommen. Durch den Wiederholungseffekt verstärkt sich die negative Wirkung auf unser Gefühlsleben. Noch schlimmer wird es, wenn wir beginnen mit anderen Menschen diese Meldungen zu erörtern und zu diskutieren. Häufig entwickeln sich daraus emotionsgeladene Diskussionen, die meistens mit dem gleichen Fazit enden. „Wir können ja eh nichts machen.“ Dies fördert das Gefühl von Wut und Frust.

Fazit: Ein komplettes Vermeiden von Nachrichten bringt nichts. Das ist ein „Kopf in den Sand stecken“. Nimm also die Informationen auf, die für dich wichtig sind, die dich ggf. auch selbst betreffen. Wenn du daraus Handlungen für dich ableiten kannst, dann tu das. Ansonsten nimm es einmalig als Information auf und beschäftige dich dann wieder mit Dingen, bei denen du etwas beeinflussen kannst.

Tipp 2. Achte auf die Kanäle, über die du Informationen aufnimmst.

Unser Gehirn springt auf Sensationen an, also werden uns auch Nachrichten gerne als solche verkauft. Mit bestimmten Schlüsselwörtern soll unsere Aufmerksamkeit gezogen werden, häufig auch dadurch, dass sie uns Angst einflößen sollen.

Ein simples Beispiel:
Wetterbericht in einem seriösen Medium: „Ab Dezember ist mit Schneefall zu rechnen, der stellenweise auch verstärkt auftreten kann.“

Das Gleiche in einem anderen Medium. „Eine Schneewalze rollt auf uns zu!!!! Im Dezember werden wir uns vor Schnee nicht mehr retten können!!!“ Untermalt wird das dann mit furchteinflößenden Bildern aus alten Archiven.

Welche Nachricht löst mehr negative Gefühle in dir aus? Achte also darauf, welcher Medien du dich bedienst, um an wichtige Informationen zu kommen. Informiere dich, aber lass dir keine negativen Gefühle machen.

Tipp 3. Richte deine Aufmerksamkeit bewusst auf das Positive und verbreite es weiter.

Unsere Energie folgt der Aufmerksamkeit. Also richte deine Aufmerksamkeit auf das was gute Energien in dir auslöst. Du musst das bewusst machen, denn das Unterbewusstsein ist auf die negativen Nachrichten programmiert. Doch es gibt auch gute Nachrichten. Wir müssen sie allerdings bewusst wahrnehmen.

Ein Beispiel.
Vor kurzem war ich im Auto auf dem Nachhauseweg von einem Seminar und hörte im Radio eine sehr berührende positive Meldung. Ich machte das Radio lauter und hörte sehr aufmerksam zu. Zuhause recherchierte ich diese Nachricht im Netz und wir haben diese über unsere eigenen Social-Media-Kanäle weiterverbreitet. Wenn du Lust hast, klicke auf unseren Instagram- CTA Instagram oder Facebook-Kanal. CTA Facebook. Dort findest du den Link zu dieser Meldung. Die Geschichte handelt von einem Bauern, der zu viele Karotten geerntet hat.

Vielleicht hast du Lust auf folgendes Experiment.
Recherchiere jeden Tag eine wahre positive Nachricht und verbreite diese über deine Social-Media-Kanäle weiter. Wichtig hierbei: Die Nachricht soll Menschen berühren. Also nicht nur Witze, oder ähnliches, sondern Meldungen die wir mit den Herzen aufnehmen.

Mache das eine Woche lang und reflektiere danach, wie sich deine Grundstimmung verändert hat.

Tipp 4 – Tue selbst etwas Positives

Wenn du selbst etwas Positives bewirken kannst, dann tue dieses und genieße die damit verbundenen Gefühle. Warte nicht darauf, dass sich die „Welt von selbst zum Guten wendet“

Hier eine kleine Geschichte dazu.

Ein Mann ging in einem schönen Wald spazieren. Da sah er am Waldrand eine kaputte Bierflasche liegen. Der Mann dachte bei sich: „So eine Sauerei. Das ist mal wieder typisch für die Leute.“ Er ging weiter. Seine Gedanken blieben bei der Flasche und den Leuten, die sie einfach dahin geschmissen haben. Er ärgerte sich die ganze Zeit darüber. Erst als er wieder zuhause war, vergaß er den Vorfall.

Am nächsten Tag ging der Mann wieder im Wald spazieren. Er sah wieder diese Bierflasche. Er hob sie auf, nahm sie mit und entsorgte sie. Er fühlte sich gut.

Bad News are Good News

Bild von Pixabay

Am nächsten Tag ging er wieder durch den Wald. An der Stelle, wo die Flasche war, sah er ein Reh. Er freute sich zutiefst, dass er das Reh davor bewahren konnte, sich an der Flasche zu verletzen.

Fazit zu Bad News are Good News: Unsere Gefühle gehören uns und wir sind selbst für sie verantwortlich. Unsere Gefühle steuern unser Verhalten gegenüber unserer Umwelt und unserer Mitmenschen.

Übernehmen wir also die Verantwortung für uns selbst und erlauben niemanden unsere Gefühle als Spielball, z.B. für den besseren Verkauf von Bad News, zu gebrauchen.

Es grüßt euch herzlich – Tanja Lachmayr-Kott (Autorin des Artikels Bad News are Good News)