„Wie ich Ruhe in meinen Kopf bekam.“

Laelia Bulirsch, Teilnehmerin aus der NLP Practitioner Ausbildung, berichtet von ihrer Erfahrung mit einer Übung im Kurs.

Meine größten Peiniger sind die Stimmen in meinem Kopf. Die Übungsaufgabe lautete, eine Stimme im Kopf zu nehmen, die Tonlage, Lautstärke, Klangfarbe so zu verändern, dass die Stimme leiser wird oder gar verstummt.

Meine Anwenderin hat mich durch verschiedene Tonlagen geführt. Bei der männlichen Stimme wurde es unerträglich, bei einer Frauenstimme nicht besser. Die Kinderstimme machte die gesagten Worte nicht mehr verletzlich, sondern empörte mich. Wie kann ein Kind so mit mir reden?

Der Auftrag war nun die Stimme aus meinem Kopf zu nehmen und fortzuschicken. Die Stimme aus meinem Kopf zu nehmen war kein Problem. Fortschicken konnte ich es nicht. Vielleicht weil ich Mutter bin und meine Kinder niemals fortschicken würde mit der Absicht, dass sie nie zurückkommen dürfen. Meine Anwenderin kam dann auf die Idee, das Kind doch auf den Spielplatz zu schicken. Dort könnte ich es sehen und es spielt mit anderen Kindern. Das hat sofort funktioniert. Es spielt da übrigens heute noch.

Nach der Übung haben wir gefragt, warum ich das Kind nicht fortschicken konnte. Es ging nicht um das Mama Sein, sondern vielmehr darum, dass auch die negativen Seiten ein Teil von uns sind und wir diesen mit Liebe begegnen sollen. Diese Aussage in Kombination damit, dass das ‚Kind‘ heute noch auf dem Spielplatz ist, stellen mich vor ein neues Problem. Anscheinend habe ich mit dieser Stimme den Rädelsführer aller meiner Stimmen erwischt.

Die Ruhe in meinem Kopf ist unfassbar! Abends ins Bett und einschlafen, kenne ich nicht, seit ich denken kann. Wieviel Energie habe ich vergeudet, weil ich mich die ganze Zeit selbst verbal bis zur Besinnungslosigkeit verprügelt habe. Was mache ich bloß mit der vielen Zeit?

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